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Quote Rotator

"... Man kann sich der Faszination von Eberles Sprache, seinem Denken nicht entziehen. Und er besitzt eine unbändige Kraft und auch Lust an der Darstellung,…"
(Schwäbische Zeitung, Rottweil)
"... Er kommt, spricht und lässt seine Zuhörer atemlos zurück… Verbal-Akrobatik in höchster Perfektion kommt dabei heraus… Das ist von so atemberaubender Klasse…, dass sein Publikum kaum zu kichern wagt… klug ist das, durchdacht und hintergründig… Komisch. Bitter Komisch."
(Fürther Nachrichten)
"… Michael Eberle studiert die Schaltpläne des Lebens wie ein Ingenieur die Metaphysik - nur um festzustellen, dass die ganze undurchsichtige Kybernetik des Schicksals Chaos pur ist… Eberles Auftritt ist eine bitterkomische Anstiftung zum Unglücklichsein."
(Süddeutsche Zeitung)

Mia, Ihr und Bier

Das Pfaffenhofener Jahresprogramm, heuer zum 15. Mal in Folge. Premiere ist am Fr. 15.02. im Stockerstadl in Pfaffenhofen. Nächste Termine 16.02., 22.02., 23.02.   Weitere informationen unter www.kabarett-stachelbaer.de

Kritik

 

Pfaffenhofener Kurier 18.02.2013

 

Der Boandlkramer als Backgroundsänger

Pfaffenhofen (PK) Vom „Saukaff zur Boom-Town“: Das Zurücksehnen zum Kleinkarierten und der moderne Zeitgeist, verknüpft im Jubiläumsjahr des Heimatdichters Josef Maria Lutz, prallen im Starkbierprogramm der Stachelbären so zünftig aufeinander, dass es klatscht.

 

Mit „Paradiesspielen“ schmückt sich die Stadt zum 120. Geburtstag ihres großen Sohnes Joseph Maria Lutz, dabei kommt der „Brandner Kaspar“ im Festspielprogramm überhaupt nicht vor. Diese Lücke füllen die von den Dellnhauser Musikanten begleiteten Stachelbären bei „Mir, Ihr und Bier“ im Stockerstadl, wobei Michael Eberle schlichtweg genial in die Rolle des „Boandlkramers“ schlüpft. Weil er doch ohnehin so aussieht, als sei er dem Tod von der Schippe gesprungen, so seine Kabarett-Kollegen Brigitte Moser, Claus Drexler, Roland Andre und Volker Bergmeister. Kaspar (Bergmeister) und Boandlkramer zocken auf Teufel komm raus, und am Ende hat der Tod die meisten Trümpfe in der Hand. Für Nebenrollen werden CSU-Stadttrat Franz Schmuttermayr als Petrus und SPD-Rat und Landtagskandidat Markus Käser als Putte vorgeschlagen.

Überhaupt der Käser: Für die Mafia ist er Signore Formaggiore, für andere der Ritter-Sport-Mann – „quadratisch, praktisch.“ Neubürger und Touristen halten ihn laut einer repräsentativen Befragung für einen Hobbit. Aber die glauben ja auch, Thomas Herker sei der Geschäftsführer von C & A.

Am Hauptplatz ist nichts mehr so, wie es einmal war. Und deshalb wird vom Himmel herab scharf auf die Neubauten geschossen; Investor Hans Baierl als Schöpfer der Bekleidungshäuser am Hauptplatz und des „Kaufland in den Dünen“ – „auch das Landratsamt könnte theoretisch von ihm sein“ – muss durchgehend in Deckung gehen. Das Herz der Stadt, beschrieben in einem Lutz-Gedicht, ist heute verhärtet: Um „Schussergruam“ zu graben, bräuchten Kinder auf dem Hauptplatz eine Hilti, das „Schnauzerl“ darf ohne Wesenstest und „Sackerl für’s Kackerl“ nicht frei umherstrolchen. „Latte“-Nuckler und iphone-Daddler in Rudeln – so sieht’s aus.

Die Nostalgie wird auch im Marathon-Wahljahr groß geschrieben: Die Alpha-Tiere der CSU – „da war die Muttermilch schon schwarz; in der Fruchtblase hielten die ihr Parteibuch fest umklammert“ – sind alle weg, lauter „Schnullis“ wollen nach oben. Und wer führt statt Erika Görlitz künftig die katholischen Landfrauen durch den Landtag? Etwa der „Solarium Charly“ (Karl Straub)? Da muss man Altlandrat Engelhard nachweinen: „Früher Rudi mit fester Wampe, heute Rudis Resterampe.“ Schon seit Jahren – zumindest in den Stachelbär-Programmen – versucht die Mafia in Pfaffenhofen Fuß zu fassen, und sie gibt nicht auf. Man mischt sich undercover unter die Eingeborenen und Luigi (Claus Drexler) schreckt dabei selbst vor Frauenkleidern nicht zurück: „Auch ein Mann kann ein Dirndl ausfüllen.“ Angst vor dem „Placebo-Landrat“ Martino Lupo (Martin Wolf) haben die Mafiosi nicht: „Iste kein Padrone, ist Platzpatrone.“ Und wer ihnen in die Quere kommt, wird im Marienbrunnen versenkt – mit dem Poller am Bein.

So Vieles ist und wird neu in Pfaffenhofen, und nicht jeder kann damit umgehen: Die geplante Moschee liegt sowohl Rainer Daschner – „die Politgröße der FDP, Mister 0,2 Prozent“ – als auch dem Sauhandler Schwaiger (er äußerte seine Bedenken platt gereimt) – quer im Magen. Beim Schwaiger kennt man auch den Grund: „Von den Muslimen kauft ihm keiner ein Ferkel ab.“ Fazit: „Der denkt mit dem Bauch, trägt sein Herz auf der Zunge, und was rauskommt, ist für’n A…“ Kunst auf dem Kreisel, Rollator-Sightseeing für Senioren („Silver Lines“) ein neues Logo für die Stadt („Das heißt jetzt Claim!“) und sicheres Joggen, ohne dass einem ein Tannenzapfen ins Maul fällt: Ein Highlight jagt bei „Mit, Ihr und Bier 2013“ das nächste. Ganz oben auf der persönlichen Hitliste: Der Boandlkramer als Backgroundsänger in „Es fliegt ein Engel durch die Nacht“.

 

Von Tina Bendisch

 

 

Hallertau.Info 18.02.2013

 

Stachelbären gut wie eh und je

 

Alles beginnt im Himmel von Heimatdichter Josef Maria Lutz, der sich passend zum Jubiläumsjahr, im Stockerstadel Pfaffenhofen auf der Bühne befindet. Von einem Neuankömmling erfährt der himmlische Jubilar, die lebenswertesten, herausragendsten, Errungenschaften seiner alten Heimat. Keine Stammtische, kein Rauch, keine Brauereien mehr, dafür greißlige, dem neuen sachlichen Wohnstil geopferten Gebäude, vor denen man beim Vorübergehen die Augen verschließen möge.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es, die Bausünden der Vergangenheit verschwinden bis zur kleinen Landesgartenschau 2017, die betonierten Sünden der Gegenwart müssen länger warten. Der sich aufdrängende Wahlmarathon, schließt sich logischerweise als Thema an. Landespolitiker und örtliche Glanzlichter, der in arroganter Selbstgefälligkeit badenden Regierungspartei, bekommen ihr Starkbierfett weg. Wer führt in Zukunft die Landfrauen durch das Maximilianeum, wer von Rudis Resterampe stellt sich als Nächster, möglicherweise, zur Papstwahl an? Politiker der Bunten Art, über die man nicht lachen muss, sondern darf, schließen den ersten Teil ab.

 

Die Identität des Pfaffenhofeners, an und für sich, konzentriert im multifunktionalen Wappen, der Gute Boden, der alte Pfiff, facebook für sehnsüchtige Rückblicker, der kahle Hauptplatz, örtliches ist beliebt und gewollt. Die bayrisch türkischen Beziehungen und ihre genetischen Folgen in der durchaus möglichen eigenen Vergangenheit, die ein dichtender Sauhändler bei seinem peinlichen Schmähverserl gegen ein Minarett, einfach, aus welchen Gründen auch immer, übersieht, bekommen spontanen Extra Applaus. Die Pollerproblematik, nackte Apothekerinnen, Bomben und Granaten, die Entnazifizierung eines Porträts und die Sachzwänge beim Baden in einem Weiher, schlängeln sich thematisch durch den Landkreis.

 

Bekannte und fast vergessene Figuren, erzählen, in bewährter, hoher Qualität und Perfektion, die Geschichten des Fastenspiels der Stachelbären Brigitte Moser, Claus Drexler, Roland Andre, Michael Eberle und Volker Bergmeister. Die Feinheiten des bayerischen Idioms, zelebriert im Spannungsfeld über dem wissenden Alteingesessenen und einbürgerungswilligen Neubürger, sind die absoluten Stärken des Programms. Das abschließende deftige Aussingen in G´stanzlform, im Wiederhall mit den mittlerweile weltberühmten Dellnhauser Musikanten, ist ein Kosmos für sich und entspricht in seiner „Gscheidheit“ der fast schon ausgestorbenen Ur-Pfaffenhofener Lebensart.

 

Die Stachelbären sind seit gut 30 Jahren die wahren Entwicklungshelfer in Pfaffenhofen. Wer sie kennt, kennt sich nach dem jährlichen Mir, Ihr und Bier Programm, wieder aus. Wer sie nicht kennt, dem erklärt, mit Sicherheit, ein Wissender die Zusammenhänge. Zur Not tut es auch ein mehrmaliger Besuch der Vorstellungen, falls das Starkbier unvorhergesehene Lücken ins Gedächtnis gerissen hat. Das beste Programm seit Jahren, eine Renaissance des klassischen Singspiels, in dem, den Regierenden, in Liedform, die Leviten gesungen werden.

Manfred Habl

 

 

 

 

 

Brigitte Moser, Claus Drexler

Kritik:

PK 26.02.2012   In der Schusslinie   Pfaffenhofen (PK) Unbarmherzig schlagen sie zu, sobald sie auch nur den Mund zu spitzen beginnen: Das Pfaffenhofener Kabarett Stachelbär ist Kult und pflegt sein Image mit bissiger Lokalsatire – vor allem in der Starkbierzeit, wenn es wieder heißt: „Mir, Ihr und Bier“. Brigitte Mooser bestreitet vor dem Premierenpublikum im neuen Stocker-Stadl als freche Frontfrau den Auftakt und wer nicht weiß, womit sich ihr Heimatort Scheyern auszeichnet, der wird alsbald belehrt: Prielhof, „toller Ausblick und ein Bürgermeister mit Einblick“. . . in Anspielung auf die sogenannte Spanner-Affäre. „Lieber aber bin ich aber in Pfaffenhofen; in einem Ein-Zimmer-Appartement, Ortsrandlage für 239 000 Euro in einem 24-Parteien-Haus mit abgerutschtem Gartenanteil“ tönt sie ins Publikum. U-Bahn zur Wiesn   Selbstredend mussten der jetzige Landrat ebenso wie ehemalige Landräte und Kandidaten für deren Posten Spott über sich ergehen lassen. CSU-Landrat Martin Wolf habe ja bei der Stichwahl nur mit vier Prozent mehr gegen seinen FW-Konkurrenten Rolf Deml gepunktet, obgleich dieser nicht annähernd so bekannt war. Wenigstens habe den Deml „seine Frau gekannt, seine Kinder auch oft teilweise“. Eine Ähnlichkeit Demls mit Schauspieler Tobias Moretti sei wohl der Grund dafür, dass Freie-Wähler-Landtagsabgeordnete Claudia Jung sagte, sie würde ihn wählen, wenn sie eine Frau wäre. Diese Passage hat offenbar Claus Drexler so aus der Fassung gebracht, dass er händeringend nach dem richtigen Text sucht. „Ich bin jetzt ganz schön daneben“, gibt er freimütig zu und versucht, sich durch den Auftritt zu lavieren. Dem Publikum gefällt das derart, dass es die Hängepartie mit anhaltend heftigem Gelächter begleitet. Martin Wolf aber kommt aus der Schusslinie nicht heraus. „Der Landrat hat schon angegriffen nach seiner Wahl. Als Erstes ist er in den Urlaub gefahren, dann wollte er im Übereifer das Landratsamt wegreißen.“ Der Unterschied zu Schäch sei da jedoch, „dass der es erst mal weggerissen und dann ein neues hingestellt hätte. Und wenn dann einer was gesagt hätte, hätte er es in den Gremien erläutert“. Ein Nebenschauplatz des bissigen Spotts und ausgefeilter Häme, vorgestellt von Michael Eberle und Volker Bergmeister, ist natürlich auch das neue Stadtbuskonzept, bei dem man vergessen habe, den Fahrplan mit dem der Eisenbahn abzustimmen. „Dann geht man eben zu Fuß und hat den Zug dann halt so verpasst anstatt mit dem Bus.“ SPD-Bürgermeister Thomas Herker und sein Alter Ego Markus Käser würden aber schon „fieberhaft an den Plänen zu einer U-Bahn-Linie arbeiten.“ Die führt dann wohl auch zum Volksfestplatz, wo Festwirt Stiftl („Ein Typ wie aus dem Musikantenstadl, Marianne und Michael in einem“) auf seine Gäste zu selbst genehmigten Veranstaltungen wie den Kastelruther Spatzen warten würde. Als Strafe für die Selbstherrlichkeit „muss er heuer Bio-Hendl verkaufen, dazu gibt es dann Müllerbrot-Brezen.“ Der Straßenfeger (Roland Andre) nimmt ebenfalls kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, über den Schmutz in der Stadt zu philosophieren: „Der Dreck ist der gleiche, wie damals beim Prechter – aber er wird anders wahrgenommen.“ Und es verlange schon nach blitzschneller geistiger Flexibilität, zu entscheiden, ob zwei vertrocknete Pommes frites auf dem Boden ein Kunstwerk seien, oder sie jemand einfach so verloren habe. Weiter spekuliert der Stadtreiniger, dass es bald Stirnkameras für ihn und seinesgleichen geben werde, „damit die Bevölkerung sieht, was aufgekehrt wird.“ Und, so frage er sich weiter, „kehr ich oder wirble ich nur Staub auf, so wie dieses Großmaul aus Gerolsbach, schiebe ich den ganzen Dreck vor mir her wie die CSU die letzten 50 Jahre, oder kehre ich ihn unter den Teppich“ Viele aus der Kreisstadt und drum herum bekommen ihre verbale Watschn verpasst – verdient oder womöglich unverdient. Ausgenommen davon bleiben auch etliche Stadträte nicht. Darunter Kulturreferent Steffen Kopetzky (SPD), der bald Pfaffenhofen zur Kulturhauptstadt proklamieren werde. Aber auch der Sport dürfe nicht zu kurz kommen, Platz gebe es ja genug: „Ein olympisches Dorf in Eschelbach – dort wo 150 000 Hendl hineinpassen, da werden auch 2000 Sportler hineinpassen“. Dazu Wildwasserkajak im Gerolsbach, wo vier Wochen vorher der dorthin geschickte Biber für Stromschnellen sorge. Doch was soll’s, 2017 schaut Pfaffenhofen eh aus „wie eine Mischung aus südamerikanischem Regenwald und afrikanischem Naturschutzreservat.“ In Rage redet sich Eberle bei einer Attacke gegen Filz und Vetternwirtschaft. So könne man etwa in einer kulturellen Aufführung „historische Entscheidungen nachspielen, die am Pfaffenhofener Stadtrat vorbei gingen, wie etwa das Ehrenberger Feuerwehrhaus – „das teure dabei sind jetzt allerdings die Prozesse.“ Unverhohlen kommt die Kritik an der CSU als „System, das sich 50 Jahre lang Bayern genommen hat wie eine Krake.“ Etliche Stadträte bekommen auf die eine oder andere Weise ihr Fett ab von einem Ensemble, das sich nicht scheut, Ross und Reiter zu nennen. Steilvorlagen für ein angriffslustiges Kabarett scheint es in Pfaffenhofen genug zu geben – wie etwa ein Hallenbad mit weltweit einzigartigen Fußpilzkulturen oder einer Pfaffenhofener Frauenstraße, die an die New Yorker Bronx erinnert. Herker for President   Da wundert es einen nicht, dass es beinahe einen Preis für die „überlebenswerteste Stadt der Welt“ und einen Bürgermeister als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten gegeben hätte. Die delikaten Zutaten für einen amüsanten Starkbierabend mit scharfem lokalpolitischen Kabarett haben die Stachelbären jedenfalls bravourös ausgepackt. Mit zünftiger musikalischer Begleitung durch die Dellnhauser Musikanten gibt es noch weitere Aufführungen im „Stocker-Stadl“, Münchner Straße 84 in Pfaffenhofen, freitags am 2., 9. und 16. März, samstags am 3., 10. und 17. März. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.     Von Alfred Raths