Der Preis der Freiheit
pdf.gifFitte Alte, fette Kinder und dazwischen die Babyboomer auf dem Weg zur steuersparenden Seniorenresidenz. Ein Land zwischen Lebensgier und Studiengebühr. Jeder im Wettbewerb gegen jeden, die Solidar- als Solitärgesellschaft.
Der Eberle schaut sich um. Überlegt, wie es gekommen ist, dass es so ist wie es ist. Sinniert, wie es werden wird, wenn es so wird, wie es vermutlich wird.

Er scheitert an der Deutschen Bahn, trifft alte Klassenkameraden, wirft einen Blick ins Second Life und kommt zu dem Schluss: alles ist immer irgendwie anders gleich.

Alle gehen, aber wo geht's lang? Wo versteckt sich die Vernunft? Wäre Kant der Kategorische Imperativ eingefallen, hätte es damals schon RTL2 gegeben? Und vor allem, wie frei ist man, wenn man muss?

Dies und mehr im neuen Soloprogramm „Der Preis der Freiheit" von Stachelbär und Ex-Lach-und Schießer Michael Eberle.












Bergmeister-Eberle:
Das neue Duoprogramm:

Sie sind wieder unterwegs, die beiden Kabarettisten Volker Bergmeister und Michael Eberle. Eigentlich sollten sie als Stachelbär-Duo in wenigen Stunden auf der Bühne stehen, doch jetzt ist ihre Bühne der Asphalt. Sie stehen im Stau – irgendwo zwischen Nirgendwo und Überall, umringt von Blech und Chrom, Truckern und Tunern, Sonntags-Fahrern und Gaspedal-Rittern. Kein Wunder, dass die Stimmung angespannt ist, es knistert gehörig zwischen den beiden. Schließlich geht es um die Frage: Wer hat Schuld an der Kurzzeit-Immobilität der beiden Satiriker auf Rädern? Der notorisch-zu-spät-und-wir-kommen-schon-noch-rechtzeitig-an-Fahrer Bergmeister oder aber sein meist-bahnfahrender-verspätungserprobter-aber-doch-gänzlich-Verkehrsstau- ungeübter Beifahrer und Bühnenkollege Eberle?

Und so stehen sie da, piesacken sich und machen sich Gedanken über die mangelnde Bewegung einer mobilen Gesellschaft. Warum denkt man bei Stau aus dem Nichts immer gleich an die große Koalition? Und warum gibt es an deutschen Autobahnen nicht längst ein Unterhaltungsprogramm und einen Catering-Service für Menschen, die in ihren Autos ausharren müssen? Und dann ist da ja noch dieser komische Geruch? Woher kommt er, nach was riecht es da? Und hat der etwa was mit dem Grund des Staus zu tun? Fragen über Fragen, die nach satirischen Antworten suchen.

Das neue Programm der beiden Stachelbären bietet politisches Kabarett, bei dem man auch herzhaft lachen kann und darf. Wie schon in ihrer letzten Produktion „Baden gehen“, bei Fernseh-Auftritten in „Ottis Schlachthof“ oder im „Satirefest“ sowie kürzlich in den Bayern 2 „radiospitzen“ beweisen Bergmeister/Eberle, dass sie auf der Bühne bestens harmonieren, aber auch lustvoll streiten können. Und sie zeigen, dass für sie nicht nur die Verpackung, sondern auch Inhalte wichtig sind: Sie haben was zu sagen.

Das neue Programm ist rasant wie ein Sportflitzer, zielsicher wie ein Navi, wortüberschäumend wie ein Autoverkäufer, abgefahren wie mancher Reifen und in puncto Eintrittspreis sogar noch deutlich günstiger als das indische Billigauto Tata Nano. Selten hat zwei Stunden Warten im Stau so viel Spaß gemacht.

 

Und so urteilt der Donau Kurier (Pfaffenhofen) nach der Vorpremiere:

"Wenn niemand kommt, machen wir uns einfach einen ruhigen Abend." Diese Sorge der beiden Vollblutkabarettisten Volker Bergmeister und Michael Eberle war umsonst. Die Vorpremiere für ihr neues Kabarettprogramm "Wir stehen im Stau" am Samstag in der ausverkauften Reichertshausener Gemeindebücherei wurde zu einem vollen Erfolg. Auch nach zwei Zugaben wollte der Applaus der rund 170 Besucher kaum enden.

Nahtlos schlüpfen sie mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik, Körperhaltung und Sprache von einer Rolle in die nächste und bekommen immer wieder begeisterten Szenenapplaus dafür. Schier grenzenlos ist dabei ihre Fantasie – bei der positiven CO2-Bewertung eines Sportlers, der auf Milch und Rindfleisch verzichtet oder bei dem Sketch, in dem der Finanzbeamte bei einem Bauern wegen der neuen Erbschaftssteuer die Vieheinheiten detailliert festlegen will. Aufs Korn nehmen die Stachelbären auch die Abwrackprämie oder die Verstaatlichung der Banken als "brutalste Form des Kommunismus im Kapitalismus".

Ideen für ihre Zukunftsvision eines Staukabaretts haben Eberle und Bergmeister jedenfalls mehr als genug. Bei so viel geistreichem Witz warten die Zuschauer sicher gerne im Stau.